In dieser Chartwoche wimmelt es regelrecht vor Newcomern. Einige InterpretInnen aus den USA feiern ihr Debüt in den österreichischen Singlecharts – gleich wie 2 deutsche Rapper. Zusätzlich kehrt ein Song aus dem Jahr 2005 besser als jemals zuvor in den Countdown zurück – evtl. sogar direkt auf Platz 1?
Der Riser der Woche
Ofenbach feat. Norma Jean Martine – „Overdrive“: Willst du im Jahr 2024 einen Hit landen, benötigst du 2 Zutaten: einen alten Song im Gepäck und eine eingängige Melodie. Das französische House-Duo Ofenbach haben „Cambodia“, einen Kim-Wilde-Song aus den 80er Jahren gesampelt und landen damit erstmals in den österreichischen Top 10. Gemeinsam mit der amerikanischen Sängerin Norma Jean Martine machen sie einen beachtlichen Sprung nach oben (+5) – von 15 auf Rang 10.
Das Comeback der Woche
Natasha Bedingfield – „Unwritten“: Im Jahr 2005 war Natashas Song mittelmäßig erfolgreich in den Austria Top 40 vertreten. Damals reicht es „nur“ für Rang 18. Gleich wie ihre Landsfrau Sophie Ellis-Bextor (Platz 8, „Murder On The Dancefloor“), wurde ihr Song in einer Filmproduktion („Wo die Lüge hinfällt“) eingesetzt und auf TikTok immens gehypt. Das Resultat: Der beliebte Song aus den 2000er Jahren kehrt weltweit in die Charts zurück. In Österreich ist ihr Erfolg am stärksten ausgeprägt. In den wegweisenden Spotify-Charts steht „Unwritten“ bereits an der Chartspitze. Dort könnte der Song auch nächste Woche in den heimischen Singlecharts landen. Zurzeit steht Natasha Bedingfield auf Rang 7 – mit einer starken Tendenz nach (ganz) oben.
Die Newcomer
Teddy Swims, Noah Kahan und Benson Boone haben eines gemeinsam – ihren Status als Unterdogs der Musikszene. Ihr Newcomer-Image könnten alle 3 wohl bald loswerden. Immerhin sind sie in der internationalen Musikszene sehr gefragt. In Österreich steigen sie erstmals in die Charts ein – gleich wie eine Vielzahl weiterer Acts. Hier ein Überblick über die 7 Neueinsteiger der Woche:
Noah Kahan – „Stick Season“: Der Begriff „Stick Season“ beschreibt die Jahreszeit, in der die Bäume bereits ihre Blätter verloren haben, aber noch kein Schnee in Sicht ist – also den Herbst. In seinem Folk-geprägten Song besingt der US-amerikanische Sänger und Songwriter seinen erlebten Liebeskummer in dieser tristen Zeit. In Großbritannien steht „Stick Season“ bereits seit 9 Wochen auf Rang 1, in weiteren Ländern (z.B. Irland, Belgien, Dänemark) ist er ebenfalls schon ganz vorne platziert. In Österreich beginnt die Reise für den 27-Jährigen erstmal auf Rang 36.
Teddy Swims – „Lose Control“: Der Song des 31-jährigen US-Amerikaners beschreibt den Kontrollverlust aufgrund einer Person, für die man Gefühle hat. Mit seiner markant-rauchigen Stimme begeistert der Amerikaner aktuell Millionen von Musikfans und ist in zahlreichen Top 10 internationaler Chartlisten zu finden. In Belgien erreicht er sogar den 1. Rang. In den heimischen Charts debütiert Teddy mit „Lose Control“ auf Platz 32.
David Kushner – „Skin And Bones“: Seinen Newcomer-Status konnte David Kushner schon im vergangenen Frühling abstreifen. „Daylight“ war letztes Jahr einer der 10 erfolgreichsten Songs der Austria Top 40. Der vergangene Erfolg ist für David kein Grund, sich auf seinen Lorbeeren auszuruhen. Nach einigen weniger erfolgreichen Beiträgen steigt der 23-Jährige mit „Skin And Bones“ erneut in den österreichischen Charts ein. „Skin and Bones fängt die Spannung ein von Verlangen und Erlösung, den schmalen Grat zwischen Ekstase und Seligkeit in der Dualität der Liebe“, so der US-Amerikaner. Der neue, erneut düstere Beitrag von David Kushner entert die heimischen Charts und startet auf Rang 31.
Kygo with Ava Max – „Whatever“: Der norwegische DJ Kygo war bereits mit mehr als 10 Songs in den Austria Top 40 platziert – stets mit namhaften SängerInnen im Schlepptau. Ellie Goulding, Tina Turner, Selina Gomez, OneRepublic und Whitney Houston gaben sich dabei die Klinke in die Hand. Nun ist Ava Max an seiner Seite – eine Zusammenarbeit, die sehr gut ankommt. Aus einem Sample von Shakiras Hit „Whenever Wherever“ kreierten die beiden Stars einen tanzbaren Clubsound, der in Österreich auf Platz 30 einsteigt.
Civo & Maxe – „Keine Homies“: Vor rund 2 Jahren stand der deutsche Rapper Civo in den Top 10 der österreichischen Singlecharts. „Weg von mir“ kletterte bis auf Rang 6. Mit dem Musikproduzenten Maxe gemeinsam klärt er seinen Beziehungsstatus. „Ist er nun fix mit seiner Freundin liiert oder sind die beiden bloß gute Freunde?“ Dieser Frage widmet sich Civo und steigt in die deutschen Top 20 ein. In Österreich schrammt er haarscharf an diesen vorbei und erreicht den 21. Platz.
Billa Joe & Faroon – „Business Straight“: Über den deutschen Rapper Billa Joe ist wenig bekannt. Offenkundig ist jedoch seine Nähe zum Rapper Summer Cem und seine Vermarktung durch dessen Label „Scorpion Gang“. Während Billas Mentor seit rund 4 Jahren wenig von sich hören lässt, ist Billa Joe gemeinsam mit Rapper Faroon erstmals in den heimischen Charts vertreten. In Deutschland ist der Song bereits sehr gut etabliert und erreicht Platz 5. In Österreich startet „Business Straight“ weit schlechter auf Rang 19.
Benson Boone – „Beautiful Things“: 2021 nahm der US-amerikanische Sänger und Songwriter Benson Boone (am Bild) bei „American Idol“ teil, stieg jedoch freiwillig aus dem Contest aus. Seit einigen Jahren begeistert der Mann mit der großen Stimme seine Fans mit selbstgeschriebenen Songs, welche er regelmäßig auf Social Media postet. Dass seine Musik international derart große Popularität feiert, konnte der 21-Jährige vor wenigen Wochen nicht ahnen. „Beautiful Things“ wird zurzeit millionenfach auf TikTok gestreamt und erobert die globalen Singlecharts. In den österreichischen Spotify-Charts kämpft der Titel zurzeit gegen Natasha Bedingfields „Unwritten“ um die Chartkrone. Als höchster Neuzugang der Woche erreicht er einen fantastischen 4. Rang in den Austria Top 40.
Die Top 3
Viel Bewegung in den Top 40, aber kaum Neues unter den besten 3. Lediglich Platz 3 ist verändert: Während die Comeback-Single von Ariana Grande „Yes, And?“ auf Rang 12 abrutscht, kehrt ein bekanntes Gesicht aufs Stockerl zurück.
Platz 3: Bennett – „Vois sur ton chemin“: Weiterhin auf Rang 1 steht der deutsche DJ Bennett in seiner Heimat. Mittlerweile hat der Techno-Hit auch die französischen Charts erreicht. Kein Wunder: Immerhin stammt die Idee für den Song vom französischen Kultfilm „Die Kinder des Monsieur Mathieu“. Nach 2 Wochen auf Platz 4 verbessert sich Bennett in Österreich wieder um einen Zähler und freut sich über Bronze.
Platz 2: Tate McRae – „Greedy“: Tates Privatleben steht zurzeit stark im Fokus des öffentlichen Interesses. Gerüchten zufolge soll die Kanadierin den australischen Sänger The Kid Laroi („Stay“ mit Justin Bieber) daten. Dabei ist Tate sehr wählerisch, wie sie in „Greedy“ selbstbewusst klarstellt. Ihr Hit ist seit 18 Wochen in den österreichischen Top 40, seit 14 Wochen in den Top 10 und seit 2 Wochen auf Rang 2 platziert.
Platz 1: Cassö, Raye & D-Block Europe – „Prada“: Dass die österreichischen Charts oft einen eigenen Weg gehen, beweist die heimische Chartspitze. Der Trend von „Prada“ ist in vielen Ländern bereits rückläufig. In Österreich hingegen will der britische DJ Cassö den 1. Platz partout nicht verlassen. Die Idee für seinen Nummer-1-Hit hatte Cassö, als er „Ferrari Horses“, einen Song des Trap-Duos D-Block Europe, hörte. Daraufhin entnahm er ein Sample des Songs, holte die britische Sängerin Raye ins Boot und kreierte einen markanten Club-Hit. Der meistverkaufte Song der Austria Top 40 heißt nun schon zum 3. Mal „Prada“.
Hier findet ihr die komplette Chartwertung: https://austriancharts.at/charts/singles/30-01-2024

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