Turbulent, wie schon lange nicht mehr – so lässt sich die dieswöchige Chartwertung beschreiben. 7 neue Songs mischen die besten 40 auf – einer setzt sich sogar an der Spitze fest – und ein 22 Jahre alter Hit stürmt zum 2. Mal die Charts. Ein Kurzüberblick über die Musik, die Österreich zurzeit abfeiert…
Comeback nach über 20 Jahren
Das große Highlight zuerst: Ein Hit aus den frühen 2000er-Jahren erlebt seinen 2. Frühling in den Playlisten der ÖsterreicherInnen. Mit 3:40 Minuten Guter-Laune-Popmusik sang sich Sophie Ellis-Bextor (am Bild) im Jahr 2002 in unsere Herzen und schuf einen Song für die Ewigkeit – und für die österreichischen Top 10.
Durch seinen Einsatz im US-amerikanischen Thriller „Saltburn“ erlangte „Murder On The Dancefloor“ erneute Aufmerksamkeit und erfreut sich nun großer Beliebtheit. In ihrer britischen Heimat steht Sophie – wie schon vor rund 22 Jahren – auf Rang 2 der Charts. Bei uns startet ihre Reise bescheiden auf Platz 37 – Tendenz laut den heimischen Spotify-Charts jedoch stark steigend – Richtung Top 10…
Die Newcomer
Die Musikvariation der Neueinsteiger reicht von frischem Deutschrap über EDM mit reichlich Bass bis hin zu internationaler Popmusik. Kleiner Spoiler: Der höchste Neueinstieg der Woche sprintet auf Anhieb an die Chartspitze.
Made, Shabab & Rasa – „À la carte“: Starmania für Rap-Stars – Das deutsche YouTube-Rap-Castingformat „Icon 5“ brachte eine Vielzahl an talentierten Künstlern hervor. Einige von ihnen finden nun ihren Weg in die österreichischen Singlecharts. Ein Song der Rapper Shabab und Rasa freut sich über rund 2 Mio. Klicks auf YouTube. Hinter dem Chartbeitrag steht Made-Entertainment, die Produktionsfirma des Rap-Contests. Der Hype um das Lied ist auch in den heimischen Charts ersichtlich: „À la carte“ debütiert auf Rang 40.
The Weeknd & Madonna feat. Playboy Carti – „Popular“: Als Popstar verkaufte The Weeknd bis dato mehr als 200 Mio. Tonträger. Mit „Blinding Lights“ lieferte der 33-Jährige den erfolgreichsten Song in der Geschichte der US-Charts. Umso ernüchternder ist sein Abstecher in die Welt der Filmproduktion. Seine HBO-Serie „The Idol“ wurde nach nur einer Staffel wieder eingestellt. Good News gibt es für den Kanadier trotzdem: Der Soundtrack zur Serie steigt nach einem halben Jahr Verspätung doch noch in die heimischen Singlecharts ein. Für seine Gesangspartnerin Madonna ist „Popular“ ihr erster Top-40-Hit seit 2012. Die beiden Musikgrößen steigen mit der Unterstützung von US-Rapper Playboy Carti auf Platz 39 ein.
Made, Baré, Azu, Bayor, Shabab & Biggie68 – „Generation“: Täglich grüßt das Murmeltier: 5 Teilnehmer der Castingshow „Icon 5“ tragen zum Song „Generation“ bei. Made produzierte im Jahr 2022 mit „Moulaga“ bereits einen Song, mit dem das Label erste Charterfahrungen sammeln durfte. Damals stieg Made bis auf Rang 34. Mit „Generation“ erreicht das Label einen neuen persönlichen Höchstwert: Platz 31 als weiterer Neuzugang.
Alok, Mondello’G & Ceres feat. Tribbs – „Let’s Get Fkd Up“: Einen Club-Hit mit viel Bass steuert der brasilianische DJ Alok bei und versammelte internationale Stars auf seinem Song. An seiner Seite stehen der belgische DJ Mondello’G, der polnische Produzent Tribbs und die brasilianische Sängerin Ceres. Eine Mischung, die scheinbar sehr gut ankommt. Der 2 Minuten kurze Track „Let’s Get Fkd Up“ entert die internationalen Charts: In Österreich feiert er sein Debüt auf Rang 19.
Ufo361 feat. Ken Carson – „Rick Owens“: In den heimischen Albumcharts steigt Rapper Ufo361 mit „SONY“ auf Platz 3 ein – gleich hoch wie in seiner deutschen Heimat. Ein Beitrag auf diesem Longplayer wurde in Österreich viele Male gestreamt, runtergeladen und gekauft: „Rick Owens“. Gemeinsam mit dem US-amerikanischen Rapper Ken Carson liefert Ufo einen typischen Trap-Sound über den amerikanischen Modedesigner Owens, der für hochpreisige Bekleidung steht, ab. Leisten kann sich der deutsche Rapper Produkte von Rick Owens auf jeden Fall: Sein bereits 59. Top-40-Hit steigt auf Platz 17 ein.
Ayliva & Mero – „Bullet“: Exakt ein Jahr nach der Veröffentlichung ihres gemeinsamen Nummer-1-Hits „Sie weiß“ schicken Ayliva und Mero einen 2. gemeinsamen Song in den Musikmarkt. Ob es mehr als nur eine gute Zusammenarbeit zwischen den beiden KünstlerInnen ist? Immerhin schwören beide sich in „Bullet“ große Liebe und würden füreinander sogar eine Kugel abfangen. In puncto Charts hinkt ihre neue Kollaboration deutlich ihrem damaligen Erfolgshit hinterher: In Deutschland erreichen Ayliva und Mero Rang 6, in Österreich hingegen debütiert „Bullet“ mittelmäßig auf Rang 15. Einen Grund zur Freude hat die 25-Jährige Sängerin dennoch: Ihr Hit „Hässlich“ aus dem vergangenen Spätsommer verbessert sich diese Woche von 37 auf Rang 24 (+13) und bringt Ayliva den Titel „Riserin der Woche“.
Die Top 3
In den Top 3 bleibt kein Stein auf dem anderen. Luciano sackt zwar mit „Wonderful Life“ von 2 auf Rang 5 zurück, schickt jedoch einen neuen Song ins Rennen. Überholt er möglicherweise sogar Cassö, die amtierende Nummer 1? Und welche Rolle spielt Tate McRaes Mega-Hit in dieser Woche?
Platz 3: Tate McRae – „Greedy“: Von ihrer anfänglichen Schüchternheit ist nichts mehr übrig. Mit „Greedy“ erschuf die Kanadierin den bis dato erfolgreichsten Song ihrer Karriere, der sich millionenfach verkaufte. Dabei ist noch kein Ende von Tates Erfolgssträhne in Sicht. Global verkaufte sich ihr Song in dieser Woche öfter als jeder andere Beitrag. Auch in Österreich kehrt Tate McRae mit ihrem Nummer-1-Hit zurück in die heimischen Top 3. „Greedy“ verbessert sich von 4 auf Rang 3.
Platz 2: Cassö, Raye & D-Block Europe – „Prada“: Im Hörsaal begann die Karriere des britischen DJs Cassö, der während seiner Vorlesungen Songs produzierte. Erfolgstechnisch auf jeden Fall die richtige Entscheidung: In Belgien, Irland, Schweden und Deutschland war „Prada“ schon mehrfach an der Chartspitze. Auch bei uns übernahm der DJ in der vergangenen Woche das Ruder – um es nach kurzer Zeit wieder aus der Hand zu geben: „Prada“ rutscht auf Platz 2 zurück.
Platz 1: Luciano – „Time“: Der deutsche Musikproduzent Hans Zimmer auf Platz 1 in Österreich – Wer hätte dies gedacht? Zwar schafft es seine Komposition „Time“ aus dem Soundtrack von „Inception“ an die heimische Chartspitze, jedoch nur als Sample eines Rap-Songs. Luciano nimmt das tiefgründige Instrumentalstück von Zimmer als Soundvorlage und komponiert einen sehr nachdenklichen Track daraus: „Sei einfach du selbst, greif nach den Sternen und gib die Hoffnung nicht auf!“ – So die Message des Liedes, das nicht nur in der Schweiz und in Deutschland, sondern auch in den Austria Top 40 auf Anhieb an der Chartspitze einsteigt. „Time“ ist Lucianos 5. Nummer-1-Hit in Österreich!
Hier findet ihr die komplette Chartwertung: https://austriancharts.at/charts/singles/16-01-2024

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